26. Dezember
Frohe Weihnachten aus Hanoi in die Heimat!
Zur Einstimmung beistehend ein Foto eines Strassenfriseurs, wie es hier in der Stadt viele gibt (ich hatte nur bisher noch nie ein Foto davon gemacht). Der Meister seines Faches stellt einen Stuhl hin, ein Spiegel wird an die Mauer gehängt und dann kann die Kundschaft Platz nehmen.
In Vietnam verlief mein Weihnachten 2007 gleichermassen unspektakulär wie auch schon im letzten Jahr. Das ist hier einfach keine grosse Sache und man kommt, trotz aufgepeppter Weihnachtsmusik und blinkenden Weihnachtsbäumen überall, gar nicht in Feiertagsstimmung. Wahrscheinlich liegt’s auch daran, das, bis vor kurzem, die Temperaturen eher an herbstliche Tage erinnerten als an die Winterjahreszeit.
Am Heiligabend war ich – nach einem normalen Arbeitstag – erst beim Gottesdienst der hiesigen internationalen Gemeinde. Stattgefunden hat das Ganze im Hilton Hotel (weil es als nicht offiziell anerkannter „Verein“ nicht möglich ist, einen regulären Raum für Veranstaltungen dieser Art zu mieten) und der Saal ist fast aus allen Nähten geplatzt…
Anschliessend war ich bei einem Weihnachtsdinner in internationaler Runde eingeladen. Es gab zum Beispiel Kartoffelpüree und Truthahn. Fast ein bisschen wie daheim. Das Treffen war mit einer netten Gruppe und wir sassen ganz gemütlich zusammen und als (natürlich) wieder eine der letzten Gäste war ich auch erst kurz vor 3 am daheim. Somit hatte ich gestern am 1. Feiertag einen doch etwas laaangsamen Start in meinen Arbeitstag.
In Hanoi hat sich in den letzten Wochen nicht viel getan ausser, das:
1) Seit ca. einem Monat der Winter hier ausgebrochen ist – zumindest nach dem Kalender, denn auch bei gleichbleibenden, angenehmen Temperaturen um die 20° C haben die Menschen hier seit Mitte November plötzlich von heut auf morgen angefangen, dicke Jacken und Pudelmützen zu tragen und sich einzumummeln als ob die nächste Eiszeit bevor steht. Okay, in den letzten 3 Tagen ist es wirklich unangenehm kühl, diesig und regnerisch geworden. Aber in den letzten Wochen bin ich mit dem Fahrrad immer noch schön in T-Shirt und Rock morgens zur Arbeit gefahren und neben mir fuhren die Vietnamesen bis zum Anschlag eingepackt in Steppjacken und Schaal (aber in Flip Flops!) neben mir her. Da wurde ich dann schon öfter mal etwas länger von der Seite aus angeschaut.
2) Vietnam ist jetzt eine Mopedhelm-Nation. Ich weiss: kein Thema bei uns in Deutschland, wo das Tragen von Sturzhelmen beim Moped-/Motorradfahren ja schon lange Pflicht & Standard ist. Wer aber schon mal in Vietnam war und das Strassenverkehrschaos kennt, weiss, dass es hier mit dem Helmtragen beim Mopedfahren nicht so weit her ist. Hier wird alles auf den Zweirädern transportiert; angefangen bei der kompletten Familie über geschlachtetes oder auch noch lebendes Viehzeug bis hin zu Möbeln und anderen, grossen Gegenständen. Nur ein Helm für den Fahrer und die Passagiere hatte bislang wohl keinen gehobenen Wert, denn bis auf einige wenige
Jedenfalls war der 15.12. der Stichtag für die Einführung der Helmpflicht innerhalb der Städte und schon morgens um kurz nach 7 am an dem Samstag bekam ich die geschockte SMS einer Freundin, die mich informierte, das wirklich alle, alle Leute mit Helmen auf den Mopeds unterwegs sind. Und so war’s dann auch! Der Hanoier Strassenverkehr ist jetzt, von oben betrachtet, ein Meer von bunt scheinenden Helmen. Die Leute hier tragen die Helme allerdings nicht aus plötzlich erwachtem Sicherheitsbewusstsein sondern wirklich, weil es jetzt Gesetz ist und unter Geldstrafe steht, wenn man ohne Helm erwischt wird. Und es kann richtig teue
Ich mache ich morgen Abend auf den Weg nach Malaysia wo ich den Jahreswechsel verbringen werde. Ich treffe Freunde und wir wollen ein paar Tage zum Wandern fahren, sind aber direkt an Silvester in KL und lassen es dann dort krachen…
Daher möchte ich schon heute die besten Grüsse und Wünsche zum Neuen Jahr nach Hause schicken und hoffe, das ihr alle gut ins Jahr 2008 rutscht! Hen gap lai aus Hanoi!
