Trixi in Vietnam

Wednesday, November 14, 2007

14. November 2007
Wenn man in einem Entwicklungsland lebt, kann’s auch solche Neuigkeiten geben: In Vietnam ist die Cholera ausgebrochen.
Die Nachricht kam letzte Woche rum, inzwischen auch schon von offizieller Seite bestätigt, und nun wird gehandelt bzw. es werden Vorsichtsmassnahmen getroffen um einer weitläufigen Verbreitung der Krankheit entgegen zu wirken. Zuerst hab ich ja gar nicht geglaubt, das an der Sache wirklich was dran ist, sondern es als Effekthascherei abgetan. Was mein Allgemeinwissen zum Thema „Cholera“ angeht, musste ich feststellen, dass ich darin nicht so bewandert bin. Aha, es gibt also keinen Impfstoff dagegen. Aber man kann sich im Krankheitsfall medizinisch behandeln lassen: ran an den Tropf und das soll helfen.

Laut Nachrichteninformationen und aus staatlichen Bestätigungen wurden die meisten Fälle (angeblich schon über 1000) aus den Regionen im Nordvietnam gemeldet, in denen einfach die hygienischen Verhältnisse viel schlechter als hier in der Stadt sind. Allerdings hat „unser aller“ deutscher Arzt aus der International SOS-Klinik Frank mir gestern Abend dann doch versichert, das auch die ersten registrierten Fälle an Ausländern festgestellt wurden und man momentan schon ein bisschen vorsichtiger sein sollte.
Das heisst im Klartext:
1. Nur abgefülltes Wasser trinken (Nix neues! Auf die Idee hier Leitungswasser zu trinken, kommt eh niemand.)!
2. Nicht in irgendwelchen Seen, Flüssen, Tümpeln oder Teichen baden (auch nicht gerade eine neue Erkenntnis)!
3. Keine „mam tom“ Sosse essen! Das ist fermentierte Schrimp-Sosse (zum Dippen für Tofu- oder Hundefleischgerichte). Aber ich kenne auch nicht einen Ausländer, der das Zeug überhaupt mag (die Sosse, meine ich. Tofu und Hund essen ja doch einige). Schon bei dem Geruch der mam tom kann einem (mir!) übel werden und ich schubse das Schälchen mit der gräulichen Substanz immer so weit wie möglich aus meiner Reichweite.
4. Was die sonstigen Einschränkungen beim Essen angeht, wird’s dann schon etwas drastischer: Kein Salat, kein Fisch/Seafood und nicht in den Garküchen essen. Hmm, das schränkt mein Mittags- und Abendessen allerdings schon ziemlich ein. Genau das ist es, wovon ich mich hier eigentlich tagtäglich ernähre. Gestern Mittag hab ich’s mal mit nem Sandwich versucht und heut gab’s Pho-Suppe. Aber so doll ist das nicht auf die Dauer. Vor allem hab ich momentan einen Mega-Appetit auf die Frühlingsrollen mit gebratenem Fisch im „Highway4“ Restaurant. Na gut, das muss dann jetzt ein bisschen warten.

Und nebenstehend noch ein kleiner Eindruck, wie schön es momentan bei uns in Hanoi ist. Wir haben bestes Wetter: Mitte 20°C, blauer Himmel und Sonnenschein. Und das ist mein Blick, wenn ich auf meinem Balkon stehe und auf den Truc Bach See und dann weiter Richtung Westsee schaue (ja richtig, im Haus gegenüber klafft ein Loch im Dach! Das existiert aber mindestens schon so lange, wie ich jetzt hier wohne).
Ach ja, meine Haussuche ist noch immer am Laufen, aber es sieht momentan ganz gut aus und ich hoffe, das ich in den nächsten Tagen zu der Entscheidung komme, wo ich ab 01.12.07 mein neues Lager aufschlagen kann.

Tuesday, November 06, 2007

06. November 2008
Ein grosses Hallo aus Hanoi!
Nachdem ich mich ja nun schon eine Weile nicht gemeldet hab, wird’s endlich mal wieder Zeit für ein kurzes Update. Soviel ist eigentlich nicht passiert in den letzten 1,5 Monaten.
Ich war Ende September für gut 2 Wochen in Deutschland, hab Freunde und meine Familie besucht – und war die ganze Zeit am Frieren. Ehrlich, ich glaube, was den norddeutschen Herbst in diesem Jahr und die damit verbundenen Temperaturen angeht, bin ich mittlerweile schon richtig verweichlicht.

Wie auch immer; zurück in Hanoi gab es bei uns im Unternehmen die Info, das wir einen neuen COO, also einen neuen Ober-Boss haben. Nur für eine Übergangszeit von ein paar Monaten und um einige Prozesse umzustrukturieren und den bisherigen Geschäftsfokus neu zu gestalten. Aber immerhin. Der neue Chef hat seeeehrrr!!! ambitionierte Ziele und die nächsten Monate werden sicher nicht langweilig und vor allem sehr arbeitsintensiv werden. Andererseits ist auch echt gut zu sehen, wenn das Business wächst und es vorwärts geht.

Ansonsten ist in Hanoi alles beim Alten. Die schönste Jahreszeit hat jetzt begonnen: es ist nicht mehr richtig heiss und der Sommer hat sich endgültig verabschiedet. Nun ist die Zeit der angenehmen Temperaturen (um die 20-25°C) gekommen und wir haben bestes Wetter mit blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein. Das perfekte Reisewetter für Nordvietnam! (Das kann man auch deutlich an den Touristenmassen sehen, die die Stadt bevölkern).

Nach der ersten anfänglichen Panik macht mir jetzt auch das tägliche Radeln mit dem Fahrrad zur Arbeit Spass. Denn alles, wirklich alles, nur immer mit dem Moped abzufahren schränkt auf die Dauer doch die Bewegungsmöglichkeiten ziemlich ein. Ich hab das Fahrrad (so ein richtige Mädchenrad mit null-Gangschaltung und der eingestellten Sattelhöhe für ein Kleinkind) von einer Freundin vor ihrer Ausreise aus Vietnam bekommen, allerdings den Sommer über darauf verzichtet, mit dem Teil zu fahren. 40° und Fahrradfahren – nee, muss nicht sein. Jetzt ist es angenehm (von den Temperaturen her), aber ich merke schon, das ein Fahrradfahrer in Hanoi, was das eigentliche Fahren angeht, doch noch ein schwächeres Glied in der Kette ist. Beim Moped gilt die Devise: schnell ran, schnell weg. Das geht mit dem Fahrrad nicht (auch wenn ich im täglichen Strassenverkehr locker andere Mopeds, Auto und gern auch mal Busse überholen kann bei der Geschwindigkeit, die hier vor allem in der Altstadt so an den Tag gelegt werden…) und niemand nimmt Rücksicht (das ist halt allgemein so). Hier definiert sich im Strassenverkehr ja eh jeder übers Hupen. Da steh ich natürlich nicht so gut da, wenn ich mit meiner Fahrradklingel ankomme. Aber wenn ich sehe, das Gefahr in Verzug ist, dann klingel ich non-stopp, mache ein böses Gesicht oder schimpfe auch schon mal laut auf Deutsch. Das erregt Aufmerksamkeit und das ist das Einzige was zählt.
Aber versteht mich nicht falsch – man kann mich dennoch weiterhin auch fleissig mit dem Moped rumdüsen sehen…

Zu erwähnen ist noch, dass ich mich (schon wieder) auf Wohnungssuche begebe. Zum 4. Mal in diesem Jahr! In die Wohnung, die ich die letzten 4 Monate „betreut“ habe, kommt die Mieterin wieder zurück und ich kontaktiere erneut sämtliche Makler in Hanoi. Die Maklergeschichte läuft hier allerdings so, das der Vermieter bei erfolgreicher Haus-/Wohnungsvermittlung eine Gebühr an den Makler zahlt und nicht der suchende Kunde. Allerdings sind die Mietpreise für Wohnungen im letzten Jahr enorm gestiegen. Für die jetzige ca. 30 m²-Wohnung (welche wirklich schön eingerichtet und in einer top-Lage ist) zahle ich 500 USD kalt. Das ist halt der Ausländerpreis!

Und für viel weniger ist die Auswahl dann auch eher schlecht und es sind Gegenden oder Ecken von Hanoi, wo ich entweder nicht wohnen mag oder die einfach nicht günstig für mich gelegen sind. Nun hab ich mit einer Freundin beschlossen, gemeinsam nach einem Haus zu suchen. Hört sich doll & gross an, aber die Realität ist, dass man mit verhältnismässig kleinem Budget auch schon ein ganzes Haus mieten kann. Ich kann’s nicht allein tragen, aber zu zweit gibt’s da schon einiges zur Auswahl. Nun habe ich am letzten Wochenende und auch gestern einige Zeit mit dem Anschauen von Häusern (Nähe Westlake, aber auf der Vina-Seite) verbracht. Aber naja, irgendwo war immer ein Haken bei. Aber ich bin guter Dinge…