Trixi in Vietnam

Friday, September 14, 2007

14. September 07
Zurück in Hanoi und die Woche ist auch schon wieder fast rum.
Wie schon kurz bei meinem letzten Eintrag erwähnt, bin ich Ende letzter Woche nach Saigon geflogen. Ich wollte das Wochenende dort verbringen, und es war auch eine Freundin aus Hanoi da und gemeinsam machten wir uns vergangenen Samstag zu einer Mekong-Delta-Tagestour auf. Ich hatte so was vorher auch noch nie gemacht und war gespannt, was uns für den unglaublichen Preis von 8 $ pro Person (incl. Transfer und Lunch, mit einem lokalen Touranbieter) erwarten würde…

Getreu dem Motto „Der frühe Vogel fängt das Würmchen“ ging’s am Morgen auch schon früh los. Brrr, eigentlich mag ich ja meinen freien Samstag nicht so starten, aber da gab’s keine Alternative. Die frühe Uhrzeit von 8:30 am (ok, ist nicht sooo früh, aber wir mussten schliesslich auch noch vom Hotel durch die Stadt zur Bus-Pick-Up-Haltestelle düsen – und der Strassenverkehr in HCMC spielt vom Gesamtaufkommen noch mal in einer ganz anderen Liga als Hanoi) lässt sich natürlich auch erklären, da wir ja erst mal zum Mekong hinfahren mussten. Die knapp 2stündige Busfahrt verpennte ich fast, wachte aber natürlich, ganz touri-mässig, pünktlich auf als es Zeit war unser Boot für die Mekongtour zu entern.
Wir fuhren dann erstmal aus der Stadt raus und ich war doch überrascht, wie unglaublich breit der Fluss ist. Das Wasser ist zwar braun, es sah aber (im Vergleich zu manchem Gewässer in Vietnam) verhältnismässig sauber aus. Überall an beiden Seiten des Ufers lagen Fischerboote und auch viele Boote, auf denen komplette Familien wohnen, deren Dasein und Arbeit vom Mekong bestimmt wird.

Wir schipperten eine Weile und ich genoss einfach den Ausblick auf’s Wasser und das dichter werdende Grün am Ufer. Ein Anblick verwirrte mich dann aber doch und versicherte mir gleichzeitig, dass wir auf jeden Fall noch immer in Vietnam waren. Wie im Bild nebenan zu sehen, standen da plötzlich 2 Laternen im Wasser. Zwei! Keine davor und keine danach. Welch brillanter Kopf hatte sich das einfallen lassen? Und mit welcher Begründung? Lasst uns mal den Mekong mit 2 Laternen beleuchten (nächste Frage: für wen?) und um den ca. 4.500 km langen Rest des Riesenflusses (der in Tibet entspringt und neben Vietnam auch noch China, Thailand, Laos und Kambodscha durchfliesst bevor er in das Südchinesische Meer mündet) kümmern wir uns dann später mal. Oder wie? Aber gut, so was kann einem in Vietnam durchaus passieren…

Nachdem wir mit dem Boot bei einer Anlegestelle anhielten, hatte man die Möglichkeit, sich anzuschauen, wie Reispapier traditionell hergestellt wird. Anschliessend gab es Lunch zu einer für mich auch noch immer ungewohnten, aber in Vietnam durchaus gängigen Zeit, nämlich 11 Uhr. Es ist aber auch leicht zu verstehen warum die Menschen hier so früh schon Hunger haben, denn alles tut sich ja hier früher auf und man isst in der Regel gegen 5 oder 6 am Frühstück. Man, sprich die Vietnamesen. Ich halte es da doch eher noch mit meinen gewohnten Essenszeiten. Wie auch immer, das Essen war gut und nach einer weiteren Fahrt auf dem Fluss und einem kurzen Spaziergang durch den Dschungel, waren wir überrascht zu hören, das es für eine kurze Entfernung mit einem Pferdekarren weitergehen sollte. Aber gut, mach ich alles mit!

Als wir dort ankamen, wo wir auf die Kutsche klettern sollten dachte ich: Gut, der Wagen ist da, aber wo ist das Pferd? Und erst als ich bis auf ein paar Meter am Karren dran war konnte ich sehen, das das Pferd schon angespannt war. Das war ein Minipferd! Eine Piccolo-Ausgabe, allerdings mit ner hübschen roten Plastik-Rose als Deko auf’m Kopf! Und da sollten wir mit 6 Leuten plus dem Kutscher rauf. Meine Freundin und ich protestierten und fragten, ob wir, um das arme Tier zu schonen, nicht lieber die Strecke gehen könnten. Nein, zu weit! kam als Antwort (das wird standardmässig immer gern genommen wenn man hier allgemein nach einer Entfernung fragt) und unser Guide meinte noch, das wäre schon okay, schliesslich würde das Pferd das jeden Tag machen. Umso schlimmer! war daraufhin unsere Antwort, die allerdings auf komplettes Unverständnis traf. Warum wir so ein Theater wegen des Tiers machten, hat absolut niemand verstanden.

Asiaten haben doch ein komplett anderes Verständnis was den Umgang mit Tieren allgemein und auch Haustieren im Speziellen angeht. Uns blieb nichts anderes übrig als neben den wohlgenährten Asiaten, die schon auf dem Wagen sassen, Platz zu nehmen und zu versuchen, uns so „leicht“ wie möglich zu machen. Die Fahrt war dann holprig aber auch (natürlich!) nicht weit und wir hielten kurze Zeit später bei der nächsten Station an, wo wir eine Einführung darüber bekamen, wie Honigschnaps und andere Spezialitäten aus der Mekong-Gegend hergestellt wurden.
Plötzlich kam dann aus dem Nichts noch ein Mann mit einer riesigen Würgeschlange daher und wer wollte, konnte das Tier anfassen. Tja, und ehe man sich versieht, hat man dann eine gut 10 kg schwere Schlange um den Hals zu liegen. Aber so schnell wie sie da war, war sie auch schon wieder weg...

Der letzte Teil der Tour hat mir dann eigentlich am besten gefallen. Wir sind mit je 4 Personen in kleine Ruderboote gestiegen und wurden direkt durch einige kleine Seitenarme des Mekong gefahren. Und ich konnte mich an dem Schattenspiel von Wasser und Palmen kaum satt sehen und machte Fotos ohne Unterlass…Nachdem es mit dem grösseren Boot und per Bus wieder zurück nach HCMC ging, war ich gut mit neuen Eindrücken erfüllt aber auch ziemlich abgemaddelt von der Hitze und der Flusstour, die sich absolut gelohnt hatte. Am nächsten Tag allerdings genoss ich dann wieder die Vorzüge der Grossstadt und hing stundenlang in den Cafés von Saigon ab.

Sunday, September 09, 2007

09. September 2007
Heute melde ich mich mal aus Saigon. Ich habe das Wochenende hier verbracht und werde die nächsten Tage mit dem Team vor Ort in unserem Büro hier in HCMC arbeiten.
Ich wollte aber noch von letzter Woche erzählen, als wir aufgrund des Unabhängigkeitstags am 02.09. einen Feiertag hatten, und da dieser auf einen Sonntag fiel, wurde der an das Wochenende angehängt. Arbeitnehmerfreundlich konnte ich somit ein langes Wochenende planen und mit 3 anderen Mädels entschieden wir uns nach Zentralvietnam nach Whale Island zu fahren.

Früh gebucht war also der Flug und die Unterkunft kein Problem und wir konnten ganz entspannt am Samstagmorgen um 6:40 am (!!!) mit dem ersten Flieger nach Nha Trang düsen. So richtig wach wurde ich angesichts der frühen Uhrzeit erst, als wir dort bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel ankamen (in Hanoi war’s die letzten Tage immer nur bewölkt und es hat viel geregnet). Per Bus- und Boottransfer ging’s dann 2.5 Stunden durch die Landschaft und rüber auf die Insel. Hauptsächlich ausländische Gäste wählen die Insel als Urlaubsort, weil das Fehlen von Unterhaltungsangeboten wie Karaoke oder Kasino schon viele Vietnamesen abschreckt. Ausserdem kann man auf der Insel vorwiegend Relaxen, Baden und sich wirklich erholen. Im Klartext – viel zu wenig Action für vergnügungsfreudige Vietnamesen.

Aber für uns genau das, was wir für das verlängerte Wochenende angepeilt hatten. Ich hatte zwar immer noch mit meiner letzten Klimaanlagen-Erkältung zu kämpfen – und nach dem Schnorcheln vor Ort im kristallklaren Wasser hatte ich dann auch noch die vergangene, komplette Woche damit zu tun.
Aber wie auch immer: schöner Strand, klares Wasser mit endlosen Gelegenheiten zum Baden, Tauchen & Schnorcheln, gutes Essen, nettes Personal und Freunde die die gleiche Form von „Auszeit“ nutzen wollten. Alles in allem fühlte sich Whale Island gar nicht so richtig wie Vietnam an, was für so einen Kurzurlaub mal ganz nett ist und wieder komplett neue Eindrücke vom Land bietet.

Ein super schönes Wochenende – das nur viel zu schnell rum war. Liebe Grüsse auf diesem Wege an meine Hanoi-Reisebegleiterinnen Barbara, Janine & Tina! Ich bin jederzeit bereit nochmals mit euch nach Whale Island zu düsen!
Naja, und diese possierlichen kleinen Echsen hier im Bild liefen da auch überall auf der Insel herum. Wenn ich mich recht erinnere, dann hab ich die Tierchen allerdings vorwiegend bei uns um den Bungalow flitzen sehen. Raus aus’m Erdloch und rein ins nächste…
PS: Barbara, Ginger forever!