Trixi in Vietnam

Sunday, July 29, 2007

29. Juli 2007
Herrjee, wie schnell die Zeit vergeht…
Jetzt haben wir schon wieder Ende Juli und mein verlängertes Wochenende in Borneo, Malaysia ist auch schon wieder 2 Wochen her.
Ich hatte den Trip schon seit langem zusammen mit einer deutschen Freundin in Kuala Lumpur geplant und das jährlich stattfindende „Rainforest World Music Festival“ zum Anlass genommen, mal wieder ein paar neue Eindrücke von Südostasien zu gewinnen.
Ich flog am Mittwochabend nach KL und übernachtete dort bei Bekannten. Clever wie ich bin :o) nutze ich die Zeit vor dem Weiterflug nach Borneo mit etwas Shopping und „West-Flair“ Genuss in Form von Kaffee trinken und abhängen…

Am Donnerstagabend ging´s dann richtig los. Wir flogen nach Kutching in Sarawak, einer der beiden Provinzen im malaysischen Teil von Borneo (der andere Teil gehört zu Indonesien).
Das Festival an sich findet seit 10 Jahren einmal im Sommer statt und zwar in einer tollen Kulisse nämlich mitten im Dschungel. Die Künstler sind international und es wird Musik der jeweiligen Nation gespielt. Also eher traditionell, aber immer tanzbar. Fairerweise muss ich zugeben, dass mir manches ein bisschen zu ökig angehaucht war und eine gewisse Woodstock-Stimmung vorhanden war. Man konnte auf dem Festivalgelände auch im „cultural viallage“ übernachten (ähm ja, Spiesser wie ich bin, zogen wir doch ein Hotel vor) und tagsüber fanden Workshops statt so in der Art „tanz dich frei“ oder „batike dein eigenes Shirt“. Okay, das ist vielleicht ein bisschen übertrieben, aber das sprach mich nicht so wirklich an und ich war ja auch nach Borneo gekommen um was von dem Land zu sehen.

Daher nutzten Doro und ich die Zeit tagsüber und schauten und z.B. eine Orang Utan Aufzuchtsstation an. Ebenfalls mitten im Dschungel gelegen, werden dort Orang Utan aufgezogen, aber weitestgehend in Ruhe gelassen. 2x am Tag kann man zu den Fütterzeiten als Besucher hinkommen, allerdings ohne Garantie, das die Tiere auch wirklich Lust haben zu erscheinen. Lucky us: sie waren guter Laune, denn wir bekamen ein paar wunderschöne Orang Utans zu sehen und es war beeindruckend. Die Kleinen spielten mehr rum mit dem Essen (auch nicht viel anders als bei uns menschlichen Artgenossen) und kletterten dauernd in den Bäumen auf und ab.

Bis Ritchie auf der Bildfläche erschien. Ein 27 Jahre alter Orang Utan. Und was für ein Tier! Der schwang sich nicht locker von Baum zu Baum, sondern kam, dem Alter entsprechend, zu Fuss oder passender gesagt, auf den Armen gestützt aus dem Wald. Und gemäss natürlicher Rangordnung waren die Jungtiere dann auch nicht mehr zu sehen. Die hatten sich mit Ankunft des „alten Herren“ fix verzogen. Das war echt beeindruckend, auch wenn ich ja sagen muss, das mir neben all der Schönheit der Tiere aufgegangen ist, was das auch für ein gefährliche Tiere sein können auch wenn die da ganz possierlich vor sich hin gefuttert haben…

Am nächsten Tag entschlossen wir uns, den Bako National Park zu besuchen. Dort fuhren wir mit einem Boot zu einem wunderschönen menschenleeren Strand. Es war echt wie in einem dieser super-kitschigen Werbefilmchen für die Südsee – ahhh, so genial! Eigentlich wollten wir ja nur ein bisschen da am Beach abchillen, aber da der Motor am Boot streikte, dirigierte uns unser Guide zu einer Wanderung über die Berge zurück zur Hauptanlegestelle. Jap, das war ein Spass! Nicht nur wegen der Mittagshitze sondern auch weil ich perfekt ausgestattet war für eine Wandertour was das Schuhwerk anging. Ich sag nur: Flip Flops!!!

Saturday, July 21, 2007

21. Juli 2007
Vor 2 Wochen bin ich für ein Wochenende mal wieder aus der Stadt rausgekommen und habe eine Freundin in der Nähe von Hue (Zentralvietnam) besucht.
Sina arbeitet beim DED und ist bei einem Projekt im Bach Ma Nationalpark tätig. http://www.bachma.vnn.vn/
Ich hatte schon lange geplant, sie dort einmal zu besuchen und mir die Gegend im Nationalpark anzuschauen, und endlich hat es geklappt.

Ich flog am Freitagabend nach Hue (natürlich gleich mit einstimmender Verspätung von 1.5 hrs durch Vietnam Airlines...) aber Sina hielt tapfer am Flughafen aus und wartete auf mich. Hue ist nun eher ländlich und somit war’s dann auch nicht mehr weit her mit öffentlichen Verkehrsmitteln um Mitternacht (ok, das sollte auch nicht so einfach in Hanoi sein um diese Uhrzeit…). Auf abenteuerliche Weise und Dank Sina’s umwerfenden Verhandlungsgeschick mit dem heimischen Taxifahrer erreichten wir aber dennoch den Park, wo Sina ein einfaches Häuschen auf dem Gelände bei der Parkverwaltung bewohnt.
Gleich früh am Samstagmorgen machten wir uns per Bustransfer auf den Weg "in die Berge". Wir checkten in unsere Behausung für die Nacht ein und machten uns auf in die Natur. Wir wollten die Zeit meines Aufenthalts zum Wandern nutzen, was trotz der aktuellen Hitze hier in Vietnam möglich ist, weil der Park und die Berge darin bis auf 1.400 m Höhe liegen. Ich kann nun nicht sagen, dass mir kalt gewesen ist, aber es war definitiv angenehmer, als an einem normalen Tag in Hanoi um die Mittagszeit unterwegs zu sein.

Auf 2 Sachen sollte man im Bach Ma Nationalpark allerdings vorbereitet sein: das sind zum einen die Blutegel, die, sobald man stehenbleibt, ständig versuchen an den Schuhen oder Hosenbeinen entlang an die menschliche Haut zu kommen. Die Biester sind echt hartnäckig und es bleibt einem nix anderes übrig, als Vorbeugungsmassnahme die langen (!) Hosen schick in die Socken oder Schuhe zu stopfen. Nicht grad die modischste Variante und man schwitzt auch ein bisschen um die Beine herum, aber lieber so als diese Blutsauger nach dem Wandern vom Körper abzusammeln…
Zum 2. ist die Gegend um Bach Ma bekannt für viel Niederschlag und der liess, vor allem in den höheren Lagen, auch nicht lange auf sich warten. Ja, und es kam gut was runter. Ich, ganz grossstadtmässig , war total unvorbereitet auf diesen Schauer, aber Sina hatte ihren Regenmantel dabei und den warfen wir uns beide über. Naja, und so standen wir dann erstmal eine Weile rum. Aneinander gekauert im Regen. Ich glaub, für Aussenstehende muss das ein durchaus unterhaltsames Bild abgegeben haben.

Aber der Regenguss hörte irgendwann auch wieder auf, ich legte mich trocken und konnte den Rest des Tages, sowie die Wanderung zum Gipfel am nächsten Morgen in aller Herrgottsfrühe, bei blauem Himmel und Sonnenschein geniessen. Wir beendeten unsere Wandertour mit dem „5 lakes trail“ wobei ich zwar mächtig von Mücken gepiesackt wurde, was aber die Seen und kleinen Wasserfälle am Flussbett absolut wert waren. Dort im klaren Wasser zu baden und in der Sonne zu liegen waren eine willkommene Belohnung für den Abstieg und ein lohnenswerter Abschluss des Wanderwochenendes. Wie sich nämlich hinterher zeigen sollte, hatte ich im Anschluss 2 Tage lang extremen Muskelkater und meine Bewegungen sahen sehr linkisch aus. Aber dennoch, Bach Ma ist echt eine Reise wert und ich werde sicher bald noch einmal hinfahren! Lieben Dank noch mal für die tolle Zeit bei dir, Sina!

Thursday, July 19, 2007

19. Juli 2007
Am Montagabend dieser Woche hat Vietnams Fussballnationalmannschaft in den diesjährigen Vorrundenspielen der "Southeastasian Games" 1:4 gegen Japan verloren. Und danach ging´s richtig ab in der Stadt....
Eine Niederlage ist ja nun üblicherweise kein doller Grund um aus dem Häuschen zu sein, aber 1. hat Vietnam seit 47 Jahren erstmals überhaupt die Quali für
die "SEA Games / Fussball" geschafft und zum 2. ist das Team, trotz der Niederlage weiter (weil die anderen beiden Teams in der Gruppe B wohl noch schlechter waren) und hat sich für das Viertelfinale qualifiziert.

Und eben diese Tatsachen haben einen unglaublichen Sturm der Begeisterung mit sich gebracht. So etwas habe ich hier vorher wirklich noch nicht erlebt. Kurz nach dem Spiel am Abend fingen die Moped-Korsos um den Hoan Kiem See im Herzen der Stadt an. Die Leute auf den Mopeds schwenkten Vietnam-Flaggen und es gab ein ohrenbetäubendes Hupkonzert. Und das stundenlang...
Da stellt sich einem wirklich die Frage, was hier los wäre, wenn das vietnamesische Team es dann wirklich noch weiter im Turnier schaffen sollte.
Naja, das werden wir wohl am Samstag herausfinden, wenn es dann mit dem Viertelfinale weitergeht.