Trixi in Vietnam

Tuesday, October 10, 2006


10. Oktober 06
In der vergangenen Woche fand hier in Vietnam und den meisten asiatischen Ländern das Fullmoonfest statt. Dabei wird der Übergang vom Sommer zum Winter gefeiert, zusammen mit einem Tag für die Kinder. Es gibt Spielzeuge und Laternenumzüge.
Als Spezialität in der Vorzeit zum Fullmoonfest gibt es Mooncake (ähnlich wie bei uns der Stollen oder Lebkuchen in der Vorweihnachtszeit). Diese kleinen, runden Kuchen hat es hier in den letzten Wochen wirklich an jeder Ecke gegeben. Sogar in einer meiner Lieblings-Garküchen, wo ich sonst immer Fischsuppe esse, wurde kein Essen mehr verkauft sondern nur noch diese Mooncakes (das Geschäft damit scheint in dieser Zeit einfach lukrativer zu sein).

Mooncakes kauft man vorwiegend in wunderschöner und richtig künstlerischer Verpackung und es gibt sie wie gesagt in runder Form, handtellergross. Sie bestehen aus einem zuckersüssen Teig und verschiedenartiger Füllung. Mal ist es z.B. ein Gelee mit Geschmack von grünem Tee, dann wieder eine Fruchtmischung oder von allem etwas: getrocknetes Obst, Sesamkerne, feingehaktes Fleich und Bohnenmasse. So richtig bin ich aus den jeweiligen Bezeichnungen nicht schlau geworden und es war jedes Mal eine Überraschung, woraus der Inhalt bestand. Und der Clou ist: es ist immer mindestens ein Eigelb dabei (aha, daher auch der Name "Mondkuchen" - für den gelben Klops im Inneren)!!! Ich hab mich ganze 2 Mal getraut, von diesen Mooncakes zu essen. Es war einfach unglaublich süss (sogar mein vietnamesischer Kollege meinte nach einem Mini-Eckchen von dem Teil, er müsse erstmal ein paar Gläser Wasser trinken) und so ganz ist der Geschmack mit dem süss-deftigen Inhalt dann doch nicht mein Ding. Mich hat auch das Gefühl beschlichen, das nicht unbedingt sonderlich viele Menschen hier Gefallen am Geschmack der kleinen Teigbomben haben (Man schafft übrigens nicht mehr als ein kleines Stück vom ganzen Mooncake. Der Mondkuchen ist einfach sehr mächtig und liegt wie ein kleiner Wackerstein im Magen). Vorwiegend werden die Mooncakes verschenkt.

Das Fullmoonfest direkt war dann aber nur letzte Woche an zwei Tagen (entsprechend des 14. und 15. Tages) nach dem Mondkalender. Hier in Südostasien richten sich die meisten Feiertage wie auch das grosse Tet-Fest (Neujahrsfest im Januar/Februar) nach dem Mondkalender.
Für das Fest letzte Woche waren einige Strassen in der Altstadt dann schon viele Tage vorher besonders zu erkennen. Vorneweg die Hang Ma, wo es das ganze Dekozeug für den Feiertag gab.

Ich hab mich dann letzten Freitag, am 2. und letzten Tag des Vollmondfestes dann auch mit einer Freundin abends mal in die Altstadt getraut. Wenn auch nicht lange! Es war unglaublich, wie viele Menschen dort unterwegs waren! Für einen Weg von 50 m brauchten wir fast ne Viertelstunde. Alles drängte und schob sich durch die kleinen Gassen. Natürlich versuchten ein paar ganz Clevere durchaus mit dem Moped durch die Massen zu kommen, was das ganze Vorwärtskommen nicht erleichterte. Überall gab es Spielzeug, Luftballons, Tröten und blinkende Sachen zu kaufen. Und ganz Hanoi schien auf den Beinen zu sein.

Dementsprechend war dann auch der Verkehr auf dem Heimweg. Es war proppenvoll. Die Strasse rund um den Hoan Kiem See im Herzen der Stadt ist sowieso die erklärte Lieblingsstrecke aller Mopedfahrer, aber an diesem Abend ging gar nix mehr. Ich versuchte, irgendwie das Moped dort hindurch zu jonglieren ohne umzukippen, aber dafür wäre wahrscheinlich nicht mal genug Platz gewesen...
Und hier nebenan noch ein alltägliches Bild, wie eine typische Hanoier Kleinfamilie mobil unterwegs ist. Diese Version gibts auch gern mit zwei Kindern auf einem Moped...

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