
12. August 06
Beste Samstagsgrüsse aus Hanoi!
Ah, so kann man es aushalten. Ausschlafen, zum Schwimmen gehen, essen, den Abend verplanen, beim Markt frisches, exotisches Obst kaufen, zur Schneiderin gehen und neue Kleidung in Auftrag geben und dann ein bisschen faulenzen. Das hab ich heut alles schon hinter mir und daher ist es jetzt mal wieder an der Zeit, meinen Blogg zu füttern.
Ich hab immer noch nicht mit meinem Bericht meiner Nord-Süd-Vietnamreise abgeschlossen. Damit mach ich gleich mal weiter. Nach den Tagen am Strand in Nha Trang, wo wir abends fast immer zum Seafood-Essen waren (s. Bild, wo ich mich gerade ans Kraben-knacken mache), gings weiter zu unserem letzten Zielort.
Die verbleibenden Tage unserer Tour verbrachten wir in Saigon, oder wie es heute ja offiziell heisst: Ho Chi Minh City. Mit dem Bus kamen wir im Touri-Eck "Pham Ngu Lao" an und hatten auch keinerlei Probleme dort eine günstige Unterkunft in einem Minihotel zu finden. Da kamen wir dann auch gleich mit einer kleinen Meute an, denn zu uns beiden Deutschen kamen noch meine koreanische und US-amerikanische Mitbewohnerin, eine befreundete Canadierin und die dritte HNP´lerin aus unserer Gruppe dazu. Also, eine grosse Frauenrunde auf Wochenendbesuch in Saigon ;o)
Und einen Ausflugsplan für den nächsten Tag hatten wir auch schon. Wir wollten uns die Tunnel von Cu Chi (ca. 1.5 Stunden ausserhalb von HCMC) anschauen.Im Vietnamkrieg hatten Vietcong-Kämpfer im Gebiet um den Ort Cu Chi (strategisch günstig, weil sehr nahe an Saigon) ein Tunnelsystem von mehr als 200 km Gesamtlänge angelegt. Dort wurde die Bevölkerung in Sicherheit gebracht, die Vietcong versteckten sich und Lebensmittel, Waffen und sonstiges wurden in dem unterirdischen Netz gelagert. Heute ist das Areal eine Touristenattraktion und man kann sich die gut erhaltene Tunnelanlage ansehen. Und das hatten wir dann auch vor...
Zuerst wurden wir mit einem schwarz-weiss Film (man versicherte uns, das Material wurde in den letzten 10 Jahren zusammengestellt, aber daran habe ich aufgrund der schneeigen Bilder ziemlich gezweifelt) auf die Geschichte von Cu Chi eingestimmt. Leider muss ich sagen, dass der Film ziemlich schlecht gemacht war, keinerlei wirkliche Informationen enthielt, und den Besucher angesichts der ganzen Propaganda nur stirnrunzelnd entliess. Da hab ich, im Vergleich dazu, in der Vorbereitungszeit in Deutschland wirklich sehr gut gemachte und interessante Berichte und Reportagen gesehen...Anschliessend zeigte uns unser Guide einen Originalzugang zum Tunnel (s. Bild oben). Ich frag mich, wie da Leute reingepasst haben! Die Öffnung war ein Witz! Probeweise konnte man versuchen, da reinzukommen, aber schon bei der blossen Vorstellung bekam ich Platzangst. Okay, die Vietnamesen sind schon alle von anderer Statur und Körperbau, aber dennoch!
Danach konnten wir sehen, wo beispielsweise der ganze Sand beim Anlegen des Tunnelsystems geblieben ist. Wie im Bild nebenbei zu erkennen, wurde die Erde an einigen Bäumen aufgeschüttet und gleichzeitig wurden Luftlöcher in die Sandhaufen gemacht, damit die Frischluftversorgung unterirdisch gesichert war. Ausserdem gab es einige Bombenkrater, die in der Zeit mit dErde aufgefüllt wurden.
Das alles auf diesem historischen Boden war schon sehr beeindruckend, vor allem, wenn man bedenkt, dass das Ganze vor noch nicht mal 50 Jahren gewesen ist. Umso schockierter war ich, als ich feststellen musste, dass es auf dem Gelände einen Schiessstand gibt, wo man für Kohle Patronen kaufen und dann rumballern kann!!!! Das war so surreal und ich bin die ganze Zeit immer bis ins Mark erschrocken gewesen, wenn es wieder irgendwo gekracht hat...
Am beeindruckendsten fand ich dann allerdings, das wir die Möglichkeit hatten, selbst einen kurzen Abschnitt des Tunnels abzugehen. Der Eingang - extra auf Westler-Grösse erweitert - führte direkt ins Schwarze. Ehrlich, es war nix zu sehen und viele aus unserer Gruppe behalfen sich mit dem Licht ihrer Handys. Zu der Dunkelheit kam das gebückte Gehen und die stehende Hitze dazu! Kurzum: kein wirklicher Spass und die (nur!!!) 30 m unter der Erde kamen einem unendlich lang vor. Wir waren alle froh (und durchgeschwitzt) als wir wieder das Tageslicht erblickten. Dennoch hat mir die Begehung den bleibendsten Eindruck von ganz Cu Chi vermittelt. Mehr als die ausgestellten Puppen in traditioneller Bekleidung oder die Plätze, wo gezeigt wurde, mit welchen Fallen und Verteidigungsmethoden die Vietcong gearbeitet haben. 
Zurück in Saigon hatten wir dann noch fast 2 Tage Zeit, uns die Stadt etwas anzuschauen. Nach einem Rundgang durch die Stadt liessen wir es uns dann am Abend gutgehen und testeten in der "QBar" die reichhaltige Cocktailkarte...
Hmm, chocolate Martini! Ich hätte ja nicht gedacht, das ich das hier in Vietnam bekommen würde ;o)
Tja, und das war dann auch schon so ziemlich das Ende meiner Veitnamtour. Aber da gibts ja noch so viele Orte, die ich noch nicht gesehen hab und die noch auf dem Plan stehen.
Aber ein bisschen Zeit hab ich ja auch noch...

3 Comments:
Hallo Trixi, schöne Bilder! Ich lese gerne in Deinen Berichten und man muss Dir wohl zugestehen, dass das die absolut richtige Entscheidung war! Mann, siehst Du entspannt aus...
Liebe Grüsse
Alexander
Hey Soul,
man siehst du braun und entspannt aus! Eine Augenweide!
Allerliebste Grüße aus Ballin vonde Lehrarin (die Ferien sind vorbei :-))
Moin Trixi,
die allerliebsten gruesse aus HH. ich bin ja mal gespannt, wie lange eine "lass uns mal bilder schauen" session dauert, wenn du wieder da bist...;)
Klaussi
PS: das mit dem tunnel find ich ja mutich von dir...:-D
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