Trixi in Vietnam

Monday, July 24, 2006

24. Juli 2006
Xin chao aus Hoi An!
Ich bin heute bereits den dritten Tag unterwegs auf meiner Reise durch Vietnam.
Der Sprachkurs ist seit letzter Woche beendet und bevor es mit dem Praktikum am 01.08. losgeht haben wir noch einige Tage frei. Die moechte ich damit verbringen, das Land etwas mehr kennen zu lernen und wie geplant sind noch eine andere Deutsche und ich seit letztem Freitag (21.07.) unterwegs.
Es ist total schoen hier ueberall, aber auch sehr anstrengend, weil die Sonne brennt und brennt und brennt...
Da wir aber schon gestern die Wetterscheide passiert haben, sind wir jetzt im subtropischen Klima und es ist Regenzeit. Daher weht grad ein ordentliches Windchen und der Himmel sieht auch aus, als ob gleich noch was runterkommt.

Wir sind am Freitag abend mit dem Zug von Hanoi aus losgefahren. Gut durchgeschuettelt kamen wir am naechsten Morgen in Hue, der alten Koenigsstadt an. Dort fanden wir auch schnell ein nettes Hotel und machten uns dann daran, die Stadt zu erkunden.
Hue (gehoert schon zu Zentralvietnam) liegt am Parfuemfluss (der allerdings nicht so riecht, wie er heisst) und ist bekannt fuer die Koenigsgraeber, die Verbotene Purpurne Stadt (Zitadelle) und einige Pagoden.
Da wir keine Tour vorab gebucht hatten, entschieden wir uns fuer etwas "individuelles" und buchten zwei Xe-Om Fahrer (Mopedtaxis), die uns rumfuhren. So bekamen wir gleich noch was von der Umgebung ausserhalb von Hue mit. Die Landschaft ist unglaublich schoen und man kann schon die ersten Berge vom zentralen Hochland sehen. Allerdings haben wir von unseren Guides (meiner sprach allerdings nur Vietnamesisch, wodurch sich unser Gespraech nach wenigen Minuten erledigt hatte) erfahren, dass Hue ca. 1 Mio Einwohner haben sollte. Das konnte ich kaum glauben. Auf mich wirkte das Staedtchen eher klein, beschaulich und laendlich.

Und weil wir nur einen Tag fuer den Aufenthalt in Hue geplant hatten, mussten wir uns zeitlich etwas sputen. Das heisst, wir mussten in der prallen Mittagssonne alle wichtigen Sachen anschauen. Ich weiss, kein Vietnamese oder sonstiger normaler Mensch wuerde das sonst freiwillig tun - wir schon!
Die Anlagen sind alle immens, gewaltig und z.T. erstaunlich gut erhalten, und geben einen guten Einblick, welche unterschiedlichen Einfluesse im Laufe der Zeit hier gewirkt haben. Die Nguyen-Dynastie hat hier einen bleibenden Eindruck hinterlassen und ueberall sind die Einwirkungen der chinesischen Herrschaftszeit zu erkennen.

Gestern morgen gings dann mit dem "Open Tour Bus" weiter Richtung Hoi An. Die Abfahrt zog sich dann allerdings noch gut eine Stunde hin, weil wir noch auf andere Fahrgaeste warten mussten. Aber so uebt man bzw. Trixi sich wenigstens mal in Geduld...
Am fruehen Nachmittag erreichten wir Hoi An und nach einem kurzen Dipp in den Pool, gingen wir in die Stadt. Mir gefielen gleich die kleinen Cafes und Restaurant am Flussufer und insgesamt finde ich das Hoi An ein wirklich schoener Flecken ist. (Wir hatten leider keine Zeit gehabt, den Strand auszutesten, aber der soll hier auch super schoen und noch netter als in Da Nang - ca. 20 min von hier entfernt - sein).

Wir schauten uns die Japanische Bruecke (das Wahrzeichen) und das Tan-Ky-Haus an, welches das aelteste Haus Hoi Ans ist und architektonische Einfluesse aus dem Chinesischen, dem Japanischen und dem Vietnamesischen hat. Ausserdem befindet es sich seit sieben Generationen in der gleichen Familie. Und die Frau, die uns im Haus herumfuehrte, gehoert dieser Familie an. Es war echt interessant zu hoeren, wo die Materialien (fast alles noch original) fuer das Haus her stammen, wie es immer wieder gegen die jaehrlichen Fluten geschuetzt werden muss oder wo besondere Landeseinfluesse beim Bau des Hauses verarbeitet wurden.

Heute haben wir dann einen Halbtagesausflug nach My Son unternommen, um uns die Cham-Tempel anzuschauen. Das war ebenfalls sehr beeindruckend. Wir fuhren mit dem Bus dorthin und wurden dann zu den Hindu-Tempeln gefuerht. Die Tuerme wurden in der Zeit vom 4. bis 13. Jahrhundert kontinuierlich entwickelt und erbaut.
Leider stehen in der gesamten Anlage heute nur noch wenige der Tempel, da viele im Vietnamkrieg durch die Bombenangriffe der Amerikaner zerstoert wurden.

Das Besondere an den Cham-Towern ist, das die roten Backsteine so aufeinander gestellt/gelegt wurden, das sie hielten, ohne das Moertel oder irgendein "Klebkram" (kenn mich im Baugewerbe nicht so aus) fuer die Fugen verwendet wurde. Und niemand kann heute nachvollziehen, wie diese Bauweise funktioniert hat. Das muss man sich mal vorstellen: vor Hunderten von Jahren erbaut, Stein auf Stein und es steht heute noch! Das kann man nicht von vielen Haeusern - ob nun hier in Vietnam oder sonstwo - sagen.

Das Rumgestapfe dort in der Mittagssonne hat allerdings auch wieder seinen Tribut gefordert und ich war auf der Rueckfahrt mit dem Boot doch ziemlich k.o.
Gleich werde ich aber genug Zeit zum "Erholen" haben, weil wir in wenigen Minuten zur 12-Stunden-ueber-Nacht-BUSFAHRT nach Nha Trang starten. Fragt sich nur, wie "ausgeruht" wir dann morgen frueh am Zielort ankommen werden...
Aua, mein Po und Ruecken tun mir jetzt schon weh, wenn ich nur dran denke!

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