Trixi in Vietnam

Tuesday, June 06, 2006

09. Juni 06
Da mich das vietnamesische Netz die letzten Tage nicht online gelassen hat, gibt´s erst heute wieder Neuigkeiten von mir.
(Foto anbei von der Altstadt in Hanoi)

Kaum zu glauben wie schnell die ersten 1,5 Wochen vergangen sind. Und ich wage zu behaupten, dass ich mich bereits ganz gut eingelebt habe. Ich weiss schon in etwa, wo welche Strasse ist. Ein paar nette Kneipen und Cafés kenn ich auch schon, und ich hab sogar schon über Preise verhandelt (auch wenn ich da am Ende bestimmt immer noch überteuert rauskomme).

Und noch etwas hat sich im Vergleich zur letzten Woche geändert, nämlich das Wetter. Wir haben jetzt ca. 40°C im Schatten und man hält´s kaum aus. Innerhalb der Gebäude lässt es sich mit den Klimaanlagen gut aushalten. Diese sind im Gegensatz zu anderen Ländern wie den USA auch nicht ganz so bitter-kalt eingestellt, sondern sehr angenehm (Ausnahme hier: amerikanische Hotels!). Aber draussen auf der Strasse hocken die Leute nur im Schatten und nutzen Fächer, vor allem um die Mittagszeit herum. Nur die Touris sieht man auch bei der grössten Hitze immer durch die Gegend stapfen.

Ich muss mich da aber auch noch mit zuzählen, da ich noch immer nix fahrbares habe. Erklärend ist hinzuzufügen, dass ich noch nie Moped (was anderes kommt hier zum Fahren für mich nicht in Frage. ALLE fahren hier Moped!) gefahren bin. Und für einen Moped-Fahranfänger wie mich, ist das die Hölle. Allein beim dran Denken wird mir noch wärmer, als es schon ist. Wie schon mal gesagt, ist der Strassenverkehr in Vietnam der absolute Wahnsinn! Ich habe immer noch nicht rausbekommen, ob hier offiziell Links- oder Rechtsverkehr herrscht. Jeder fährt wie und wann er will. Will man z.B. ganz einfach rechts abbiegen, kann es jederzeit sein, das einem jemand genau an der Ecke entgegenkommt - auf gleicher Höhe. Auch Einbahnstrassen halten nicht das, was sie für uns in Deutschland versprechen. Jeder fährt so wie er will.

Ampeln gibts (wenn auch nur sehr wenig für so ein riesiges Verkehrsaufkommen wie in Hanoi), aber die gelten bestenfalls als Empfehlung. Alles geht kreuz und quer und auch die mutigen Radfahrer und wenigen Autofahrer sind immer mit dabei. Immer wenn ich hier im Feierabendverkehr an einer Ampel stehe und es wird grün, habe ich das Gefühl, als ob in Deutschland eine komplette Kleinstadt auf einem Mal mit Mopeds auf mich zukommen würde.

Dies vorausgeschickt bin ich dennoch wild entschlossen, mobil zu werden. Daher leiht mir eine Freundin seit einigen Tagen mittags ihren Roller und ich drehe hier in einer Seitengasse meine Runden. Die Vietnamesen scheine ich mit meinem Übungen gut zu unterhalten. Jedenfalls hab ich immer Publikum, die dann an der Seite stehen, kluge Tipps auf Vietnamesisch geben und sich offensichtlich prima amüsieren. Da Fahren erfordert nun keine grosse logistische Leistung, aber etwas Können und Praxis sind schon gefragt. Okay, gestern hab ich einen Eimer umgefahren (der stand aber auch echt doof rum) und heute hab ich einen Kleinbus gestreift (aber nur ganz sacht!), weil ich die Bremse nicht so schnell finden konnte. Wie ihr seht, braucht es noch eine Weile, aber ich bin guten Mutes! Und bitte keine Kommentare! :o)

Der Sprachkurs hält uns weiterhin vormittags beschäftigt, aber so ganz hab ich mich auch jetzt, nach der 2. Woche, noch nicht mit der Startzeit von 8 Uhr morgens angefreundet. Die Pause mit vietnamesischem, starkem Kaffee, der typisch süssen Milch und Eiswürfel dazu im Café neben dem Sprachinstitut sind für mich immer der erste Lichtblick am Morgen. Aber wenigstens habe ich es jetzt nicht mehr so weit zum Unterricht, denn ich habe eine neue Bleibe gefunden, die nicht weit von der Schule entfernt ist.

Das mit der Wohnung hat sich bei mir doch schneller geklärt als erwartet. Ich habe ein Zimmer in einem Haus im "Hoan Kiem District" von einer Französin übernommen, die zusammen mit uns Vietnamesisch lernt. Die Ecke hier ist sehr zentral, aber weg von der Altstadt, wo die Touri-Hochburg ist. Es ist eine kleine Seitengasse, die von der Pho Hué abgeht. Meine neue Adresse für die nächste Zeit ist somit: 26, Ngo Hué.

Und nun bekomme ich mit meinen 30 Jahren auch erstmals die Gelegenheit, in einer WG zu leben. Ich teile das Haus zusammen mit einem Kanadier, einem Franzosen (der anscheinend sehr gern und sehr laut französischsprachige Filme schaut, worin die Leute immer schluchzend rumschreien und weinen) und einer Koreanerin.

Es gibt zum Glück eine LAN-Verbindung im Haus, so dass ich ganz bequem vom Zimmer aus online gehen kann. Ansonsten haben wir noch eine gemeinsamenEingangsbereich, der nachts als Unterstellplatz für die Mopeds genutzt wird und ansonsten den TV-Bereich und die Küche beinhaltet. Und es gibt eine grosse Dachterasse, aber da kann man tagsüber nicht rauf, weil man das Gefühl hat, über brennende Kohlen zu gehen. Aber es ist perfekt für gemütliches Sitzen am Abend.

Appropo Abend: die Zeit tickt hier eh ganz anders. Wenn ich um kurz vor 8 am noch verschlafen aus dem Haus gehe, hat man den Eindruck, das alle Vietnamesen schon stundenlang unterwegs sind. Der Morgen geht hier wirklich für viele schon um 5 am los. Und abends wirds dann auch relativ früh dunkel (gegen 6:30 pm ist es finster). Ich glaube, ich brauche noch etwas, bis ich mich an diesen Rhythmus gewöhnt habe.

Bevor ich mich jetzt ins Wochenende verabschiede, möchte ich mich noch ganz herzlich bei denen bedanken, die mir bereits fleissig geschrieben haben. Ich freu mich immer sehr, von euch zu hören und werd auch alle mails beantworten!
Ich mach mich jetzt gleich auf den Weg machen und einige Freunde treffen. Wir wollen später natürlich das WM-Fussi-Eröffnungsspiel schauen!

1 Comments:

At 1:09 AM, June 11, 2006, Anonymous Anonymous said...

Hi Trixi, schoen von dir zu hoeren und zu wissen das es dir gut geht ,auch mir geht es sehr gut weit weg von Germany zusammen mit meinen schatz. liebe gruesse aus Fl, Temp. 38 Grad Sonnenschein Alles Lieb Jana

 

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